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Heimkehr

13. August 2012 in Fotos, Roadtrip | 2 Kommentare »



Mittlerweile sind wir auf unserem Heimweg. Ganz banal per Flugzeug mit einmal Umsteigen in Palma de Mallorca. Ein komisches Gefühl ist das, die Länder, die wir alle während unserer Fahrt bereist haben, von oben zu sehen. So abstrakt fühlt es sich an, so weit weg.
Die letzten Tage im Kinderdorf Bicesse waren erholsam für den Körper und die Seele. Wir hatten Zeit, das Kinderdorf zu erleben und die Kinder kennenzulernen und wir konnten uns endlich entspannen.
Bicesse ist ein kleiner Ort eine halbe Stunde entfernt von Lissabon. Vom Kinderdorf aus kann man das Meer sehen und die Strände in der Nähe sind wunderschön. Wenn man durch die Einfahrt fährt, fallen einem sofort die weißen Häuser und das viele Grün dazwischen auf.
Schon nach der ersten Nacht in Bicesse fiel uns auf, wie selbstverständlich wir in der Gemeinschaft aufgenommen wurden. Alle Kinderdorfmütter und alle Kinder sahen uns sofort als Freunde. Vor allem der Kinderdorfleiter, Salvador, ist uns ein guter Freund geworden. Er war stets bemüht, dass es uns an nichts fehlt und hat sich väterlich um uns gekümmert. Er ist der Inbegriff von einem Kinderdorfvater und wohl der geduldigste Mensch, den man sich vorstellen kann. Er liebt alle „seine“ Kinder und ist sehr stolz auf sie. Er ist ein ruhiger Mensch, aber wenn er etwas sagt, so hat das Kraft und Gewicht. Wir sind alle froh, dass wir ihn kennenlernen durften.
Der heutige Abschied war traurig. Wir machten noch ein paar abschließende Interviews und dann war auf einmal alles sehr stressig. Wir konnten noch kurz in einem der Häuser ein Mittagessen zu uns nehmen und dann mussten wir auch schon zum Flughafen.
Wir alle waren traurig, als wir uns schließlich in Lissabon von Salvador verabschiedeten, aber wir hoffen, dass wir uns bald wiedersehen werden.


Als wir uns auf die Reise begaben waren wir Kollegen. Wir hatten viel organisiert und zusammengearbeitet, aber wir kannten uns nicht wirklich gut. Nach dieser Reise sind wir Freunde geworden, ein richtiges Team. Niemand kann uns die tollen Erinnerungen nehmen und wir sind an den Erfahrungen, die wir gemacht haben, gewachsen.
Unsere Reise ist hiermit beendet, aber unser gemeinsamer Weg noch lange nicht, also vergesst uns nicht, von uns kommt noch viel mehr!



Familie auf Galizisch

9. August 2012 in Fotos, Roadtrip | 4 Kommentare »



Die Morgenstunden des heutigen Tages waren noch einmal spannend. Susi war immer noch im Krankenhaus und wir wussten nicht genau, ob sie die Ärzte schon gehen lassen würden. Ein lustiger spanischer Arzt – Dr. Herreros Sande, der einem Assistenzarzt Tipps und Tricks mit auf den Weg gab, als er bei uns im Zimmer war und und uns seinem I-Phone Fotos aus seinem letzten Wien-Aufenthalt zeigte, entließ sie dann schließlich und gab uns noch auf den Weg, sie ja nicht zu viel zu fordern und sofort ins Krankenhaus zu gehen wenn: das Fieber in zwei Tagen noch da ist, sie sich übergeben muss, sie große Schmerzen bekommt.
Wir waren so glücklich, unsere Susi wieder in unserer Mitte zu haben!
Sofort nach der Entlassung machten wir uns auf den Weg zum Kinderdorf in Redondela. Es war schön sich wieder einmal auf so einen Besuch zu freuen. In Redondela wurden wir mit größter Herzlichkeit empfangen und sofort gefüttert. Die Kinderdorfleitung wusste von Susis Problem und versuchte alles, um es uns allen so angenehm wie möglich zu machen. Nachdem wir vielleicht ein Drittel von dem Festmahl gegessen hatten, machten wir uns daran, die Malaktion zu starten. Die Kinder überlegten sich mit den Spruch: “Todos juntos como hermanos.” (alle gemeinsam wie Brüder), den sie auf den Bus schrieben. Es war ein Geschrei, wie wir es noch in keinem anderen Kinderdorf erlebt hatten. Die Spanier haben wirklich ein ganz eigenes Temperament.
Nachdem wir noch kurz mit den Kindern am Strand waren, fuhren wir wieder hinauf ins Kinderdorf, um dort in dem uns zur Verfügung gestellten Haus zu duschen. Wir werden hier heute bis 3 in der Früh bleiben und dann direkt weiterfahren nach Bicesse. Wir müssen ja die verlorene Zeit noch aufholen.
Eine Kinderdorfmutter gab uns ein tolles Interview. Das Dorf in Redondela ist wirklich sehr interessant, weil es anders funktioniert als andere Kinderdörfer, die wir bis jetzt gesehen haben. Es wird viel Wert darauf gelegt, in welcher Umgebung die Kinder aufwachsen. Es gibt einen Hühnerstall und ein Gewächshaus. So lernen die Kinder, wieviel Arbeit dahinter steht, Lebensmittel herzustellen.
Wir werden uns jetzt noch etwas erholen, weil wir noch eine weite Fahrt vor uns haben. Morgen müssen wir den Bus dann noch Übergabefertig machen, also für die Kinder in Bicesse herausputzen. Wir freuen uns schon sehr auf den morgigen Tag, obwohl wir natürlich auch schon sehr an unseren Bus gewöhnt sind und wir ihn sicher sehr vermissen werden.



Auszeit

8. August 2012 in Fotos, Roadtrip | 12 Kommentare »



Es lief leider wirklich so, wie wir es befürchtet hatten. Susi musste im Krankenhaus bleiben, da sie immer noch hohes Fieber hatte und wir hätten die Reise mit ihr in diesem Zustand auch nicht fortsetzen wollen. So bleiben wir noch einen Tag länger in der schönen Stadt Lugo, damit sich Susi bis Morgen bestens erholen kann. Gerade sitzen wir wieder im selben Café wie heute Morgen nur diesmal zu Dritt.
Bis auf die Tatsache, dass Susi im Krankenhaus liegt, war dieser Tag sehr erholsam für uns, weil es der erste Tag auf dieser Reise war, an dem wir keine stundenlangen Autofahrten absolvieren mussten. Das wichtigste heute war, eine Möglichkeit zu finden, uns zu duschen, weil wir schon seit Barcelona nicht mehr das Vergnügen hatten. – In einem kleinen aber feinen Freibad fanden wir Duschen mit eiskaltem Wasser. Wir nutzten auch gleich die Gelegenheit um unsere Schmutzwäsche dort zu waschen. Die Galizier staunten nicht schlecht, als wir die Wäsche zum Trocknen im Freibad aufhängten.
In der Zwischenzeit war Susi die ganze Zeit im Krankenhaus. Obwohl der Tag für uns sehr entspannend war, so mussten wir doch oft an unsere Susi denken. Nach 10 Tagen, die wir gemeinsam unterwegs waren und zu Viert eine unzertrennliche Gemeinschaft bilden, ist es schon sehr traurig und eigenartig, dass sie in unserer Runde fehlt, aber morgen gehört sie wieder uns!
Wir haben einen engen Zeitplan wir müssen unseren Termin im Kinderdorf in Redondela einhalten, bevor wir den Bus dann schon übermorgen nach Bicesse bei Lissabon fahren und ihn als Geschenk übergeben.
Nur mehr zwei Tage auf der Straße und trotzdem sehen wir vielen Abenteuern entgegen. Weniges ist vom Zeitplan bis jetzt so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben, also ist es immer wieder eine Überraschung, wo man endet und von wo aus wir euch morgen unseren nächsten Post schreiben dürfen.



Vicky, Christina, Barcelona meets Lucus Augusti

7. August 2012 in Fotos, Roadtrip | 7 Kommentare »



Gestern Abend haben wir einen wunderbaren Schlafplatz gefunden! Mitten im Wald zwischen Wölfen und Uhus. An einem wärmenden Lagerfeuer ließen wir unsere bisherige Reise Revüe passieren – es ist schwer für uns, die vielen Eindrücke greifbar zu machen, denn durch unser Reisetempo und unsere laufende Dokumentation scheint alles an uns vorbeizuziehen.


Am nächsten Morgen wurden wir von vorbei spazierenden Kühen und ihren Glocken geweckt – wenn man so geweckt wird, kann das nur ein Tag voller Abenteuer werden! Auf unserer Suche nach einem Waschsalon in der nächst größeren Stadt, entdeckten wir auf unserer Landkarte den wunderbaren Ort Oviedo und ohne es zu erwarten, befanden wir uns auf den Spuren von Woody Allen. Waschsalon fanden wir noch immer keinen – dafür nahmen wir einen kleinen Snack im Zentrum der Stadt zu uns.


Plötzlich ging alles Schlag auf Schlag – mit dem was danach passierte hatten wir nicht gerechnet. Mittlerweile sitzen wir im Lucus Augusti Krankenhaus in Lugo und Susi ist mit Venflon ausgestattet und hängt an einer Infusion – es ist 2 Uhr früh und wir warten noch immer auf die Untersuchungsergebnisse.
Bereits seit Barcelona hatten sich leichte Bauchschmerzen bei ihr angekündigt. Auch wenn unsere Susi hart im nehmen ist, konnte sie heute ihre Schmerzen, die bei jeder Straßenunebenheit spürbar wurden, nicht mehr verbergen. Seit 4 Tagen machten sich Schüttelfrost und immer stärker werdende Bauchschmerzen bemerkbar. Unser Drängen in ein Krankenhaus zu fahren oder zumindest einen Arzt aufzusuchen, lehnte sie aber immer vehement ab. Wir denken sie hat ihre Schmerzen für uns als Gruppe und für das Projekt auf sich genommen, doch letztendlich war es zuviel und wir führten sie gestern Nacht endlich in das Krankenhaus von Lugo. Nun sitzen wir seit 5 Stunden an Susis Seite die mit 37,6°C Fieber sichtlich erschöpft vor uns liegt, aber immer noch fleißig filmt!
Wir warten immer noch auf die Ergebnisse und im Moment ist unklar wie es weitergehen soll – ist sie fit genug um weiterzureisen oder muss sie im Krankenhaus bleiben und eventuell operiert werden? (die Anzeichen stehen laut der Symptome auf Blinddarm!) – denn es stellt sich für uns natürlich auch die Frage, wie wir unseren engen Zeitplan einhalten können. Morgen (Dienstag) sollten wir um 15:00 im SOS-Kinderdorf in Redondela Station machen – hier findet die letzte Malaktion vor unserem endgültigem Ziel Bicesse (bei Lissabon), zwei Tage darauf, statt.
Wir hören stumpfe Schritte im Flur des leeren Krankenhauses, die sich unserem Zimmer nähern. Nach langem Warten hoffen wir nun endlich Klarheit zu bekommen. Auf Spanisch und mit ein paar Brocken Englisch versucht uns der diensthabende Arzt die Diagnose mitzuteilen – Nierenbeckenentzündung. Sie muss auf jeden Fall die Nacht hier im Krankenhaus verbringen und es bleibt unklar wann wir unsere Susi wiederbekommen – auf alle Fälle werden wir nicht ohne sie weiterreisen!


Jetzt ist es 8:45 am folgenden Tag – also Heute. Silvio und Thomas sitzen im Internetcafe in Lugo um euch das hier zu schreiben. Judy hält mütterlich Wache im Krankenhaus. Wir werden uns jetzt auf den Weg zurück begeben und sehen wie alles weitergehen wird, weiteres dann Morgen….



Auf der Welle

6. August 2012 in Fotos, Roadtrip | 4 Kommentare »





Heute in der früh um drei Uhr waren wir endlich an dem Strand in der Nähe von Bilbao, den wir so gerne sehen wollten. Davor lagen drei Stunden Herumfahren ohne Plan und eine lustige Fahrt mit fünf Spaniern, die uns schlussendlich den Weg zeigten.
Der Tag begann feucht. Das erste Mal auf der Reise regnete es in Strömen. Wir ließen uns davon aber nicht abhalten, den tollen Strand zu sehen. Felsformationen, die wahrscheinlich eine lange Geschichte erzählen könnten und in Schichten aus dem Meer und Sand ragen, rahmen die Bucht, an der wir parkten. Das Wetter schien perfekt für Surfer, die die Morgenstunden nutzten um ihrer Leidenschaft nachzugeben. Allein mit dem Meer, das Adrenalin spüren, wenn man seine eigene Welle sieht und ins Wasser springt um auf ihre zu reiten.
Wir interviewen ein paar Surfer und fahren dann wieder weiter. Wir wollen Richtung Galizien und fahren in Langreo ab, wo wir gerne an einem Fluss campen wollen.



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